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Kinder fühlen sich im Stich gelassen
Drei Viertel der Kinder in Deutschland glauben nicht, dass die Politik sich um sie kümmert. 13 Prozent fühlen sich auch von den Eltern vernachlässigt. Besonders betroffen sind Kinder aus der Unterschicht. Dies ergab eine repräsentative Studie, die in Berlin vorgestellt wurde.
Politiker reden viel über Kinder – aber selten mit ihnen. Im Rahmen der I. World Vision Kinderstudie 2007 wurden nun erstmals Kinder in Deutschland im Alter von 8 bis 11 Jahren über ihre Lebenssituation und ihr Lebensgefühl befragt – mit politisch durchaus relevanten Ergebnissen. Entwarnung gibt es für berufstätige Eltern: Nicht die Menge, sondern die Qualität der gemeinsam verbrachten Zeit ist entscheidend.
Zu viel allein, zu wenig gefördert
Während Kindern aus der Mittel- oder Oberschicht in der Regel ein vielfältiges kreatives Freizeitangebot offen stünde (drei Viertel sind in Vereinen aktiv oder besuchen eine Musikschule), seien Kinder aus sozial schwachen Familien in ihrer Freizeit häufig sich selbst überlassen und säßen vorwiegend vor dem Fernseher oder am Computer. 41 Prozent der Acht- bis Elfjährigen aus der unteren Herkunftsschicht gaben an, mehr als zwei Stunden täglich fernzusehen (gehobene Schichten: 10 Prozent). Die Folgen des Medienkonsums: Die Kinder bekämen weniger Anregung und Förderung, hätten weniger soziale Kontakte und ein geringeres Selbstvertrauen.
Merkmale einer kinderfreundlichen Gesellschaft
Wie müsste eine Gesellschaft aussehen, in der Kinder glücklich aufwachsen und sich positiv entwickeln können? Die Autoren ziehen bei der Auswertung folgende Schlüsse:
Kinder profitierten vor allem von
- einem stabilen häuslichen Umfeld
- der gesicherten Existenz der Eltern
- verlässlichen Formen der Betreuung
- genügend gemeinsamer Familienzeit
- abwechslungsreicher Freizeitgestaltung und
- persönlicher Wertschätzung (also dem Gefühl, ernst genommen zu werden)
Kinder und Jugendliche können sich politisch aktiv einbringen um Ihre belange zu vertreten. In einigen Städten und Gemeinden gibt es bereits Jugendvertretungen bzw. Jugendräte. Aber auch sonst ist das politische Gewicht nicht zu unterschätzen. Sich einmischen lohnt sich immer.
Die im Bundestag vertretenen Parteien:
Und hier noch ein paar Links für Euch:
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Mehr Gewicht für Kinderstimmen !
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